20. Dezember 2025

Lohnfortzahlungspflicht, 13. Monatslohn - wie wird richtig berechnet?

Hallo zusammen

Ich bin überhaupt kein Payroll Spezialist und habe einen für mich etwas kniffligen Fall bez. Lohnfortzahlungspflicht. Folgende Eckdaten (siehe auch beiliegendes Excel):

  • Mitarbeiter mit Eintritt 01.01.1993 = per 2025 32 Dienstjahre
  • Im Juli 2024 Knieoperation links, im 2024/2025 Knieoperation rechts
  • Ab 11 / 2025 Burnout
  • KTG bezahlt ab 1. Tag - zuerst Kursfrist-KTG, danach KTG 720 Tg. mit 80%

Meine Fragen:

  • Die Lohnfortzahlung wird gemäss Dienstjahr berechnet? D.h. wenn die erste Krankheit im 2024 beginnt, dann startet die Lohnfortzahlungspflicht mit dem neuen DJ - in diesem Fall 01.01.2025- wieder neu. Ist das korrekt?
  • Nach Ablauf der Lohnfortzahlungspflicht bekommt der Mitarbeiter nur noch 80% des Gehaltes, d.h. es wird eine Lohnkürzung von 20% gemacht auf den Monatslohn gemacht. Dies muss nicht zwingend mit den KTG-Taggeldern korrespondieren, da diese eine andere Berechnungsgrundlage hat (ML+ anteilig 13. Monatslohn). Liege ich richtig?
  • Der 13. Monatslohn wird entsprechend der Lohnfortzahlungspflicht gekürzt. D. h. wenn 100% Lohnfortzahlung = 100% anteilig 13. Monatslohn, wenn Monatslohn gekürzt, wird auch 13. Monatslohn gekürzt. Ist das korrekt?
  • Wenn es im gleichen Dienstjahr eine neue Krankheit gibt und die Lohnfortzahlungspflicht bereits aufgebraucht ist, dann wird weiterhin mit den 80% gerechnet und die Lohnfortzahlungspflicht für den neuen Fall startet nicht neu. Ist das richtig?
  • Ist es richtig, dass die KTG Zahlungen und die Lohnfortzahlungspflicht nicht miteinander vermischt werden dürfen?
    D.h. die Kürzung des Monatslohns erfolgt gemäss Lohnfortzahlung, Arbeitsfähigkeit in % und Anzahl Tagen, der Nettoausgleich gemäss den KTG Zahlungen?
  • Für die Berechnung des 13. ML kann nicht die Rechnung Jahreslohn abzüglich KTG-Leistungen x 8.33% gemacht werden. In Zahlen: 76’680 - 24’914.75 = 51’765.25 × 8.33% = 4’313.75 ergäbe der 13. Monatslohn. Für mich ist die Vermischung von Lohnkürzung und KTG irgendwie einfach nicht logisch.

Ich blicke da echt nicht mehr durch und freu mich, wenn ich von euch ein Feedback erhalte, ob ich mit meinen Berechnungen und Annahmen richtig liege.

Für eure tolle Unterstützung danke ich euch im Voraus bestens.

3 Antworten

Guten Tag

Ich hoffe ich kann hier weiterhelfen:

  • Die Lohnfortzahlung 100% und das Verhalten bei erneuten Krankheiten oder Dienstjahreswechsel muss grundsätzlich bei euch im Personalreglement oder wenn vorhanden GAV geregelt sein. Meistens beginnt die Dauer erneut bei vorheriger Wiederaufnahme der Arbeit, ist wie gesagt, aber abhängig von eurer Regelung / GAV
  • Bezüglich des 13. Monatslohnes und der Kürzung kommt es auf die Systemeinstellung an (wie du bereits erklärt hast). Wenn der 13. Monatslohn vom System automatisch mit gekürzt wird, musst du es nicht noch manuell reinrechnen, sonst wäre es wie ein doppelter Abzug.
  • Bei der Kürzung ist es immer wichtig den Taggeldansatz mit dem Kürzungsansatz gegenüberzustellen und die Differenzen zu begründen. Oftmals vergessen Firmen z.B. die Inkos o.ä. weiterzubezahlen und das Taggeld ist höher als der Lohn, der weiter ausbezahlt wird. Darum: immer kurz Kürzungsansatz - Taggeldansatz berechnen und die Differenz darf nur der 13. ML sein, sonst müsst ihr korrigieren.
  • Der 13. Monatslohn berechnest du auf Jahreslohn - Lohnkürzung * 8.33%

Ich glaube du siehst diese Vermischung falsch resp. hast da wie einen Knoten.

Die Lohnkürzung regelt ihr selbst oder wie erwähnt der GAV. Hierbei rechnest du grundsätzlich Monatslohn - 20% und der Rücksteller auf den 13. wird automatisch...

Marina Z.
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Liebe Martina
Erst einmal ganz herzlichen Dank für Deine ausführliche Antwort. Ich schätze Deinen Input und insbesondere Deine Zeit, welche Du investierst, ausserordentlich.
Leider muss ich Dir recht geben. Ich stehe total auf dem Schlauch. OK, ich weiss, rechnen und Zahlen liegen mir überhaupt nicht.
Ich muss den reduzierten 13. Monatslohn meinem Produktionsmitarbeiter erklären. Leider hab ich es bisher noch nicht kapiert. Ich habe mit meinem Excel versucht, eine verständliche Herleitung aufzubauen.

Darf ich einen anderen Erklärungsweg versuchen?

Der Mitarbeiter verdient im Monat 6390.— x 13

Er war seit dem 22.07.2024 zu 100% krank.

Eintritt war der 01.01.1993, Lohnfortzahlung ab 21 DJ = 6 Monate

D.h. sein Lohn wird ab 22.01.2025 um 20% gekürzt. Von insgesamt 365 Tagen war er insgesamt 177.5 Tagen arbeitsfähig.

Was ich nicht nachvollziehen kann ist, wieso der 13. ML auf CHF 4313.75. d.h. um 32.5% gekürzt wird. M.E. wäre doch eine Kürzung max. 20% - und das auc...

Beatrice B.
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Es ist schon spät und ich habe nicht alles gelesen... Sorry.

Mein Input hierzu ist folgender:

  1. Du redest von Lohnfortzahlungspflicht, hast aber auch eine KTG Lösung im Einsatz. Diese aber ersetzt die Lohnfortzahlungspflicht.
  2. Immer wenn KTG bezahlt wird, sollte auch gleichermassen der Lohn reduziert werden.
  3. Der 13te wird nur mit Lohnkomponenten gefüllt, nicht mit KTG Zahlungen. Somit kannst du die Lohnkomponenten (Lohn. Schichtzulagen, usw.) zusammenrechnen und davon müssten dann 8.33% der 13te sein. Dem MA sagt du, dass im KTG der ...
Peter Z.
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